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Leipzig und seine Bücher

Im März 2024 nutze ich eine knappe Urlaubswoche für die Buchmesse in Leipzig. Diese fand vom 21.3. bis 24.3. statt und bot sich für ein interessantes Treffen, mir mehr oder weniger gut bekannter Buchautoren des Genres Hard-Science-Fiction an.

Dank des Deutschland-Tickets würde ich mobil bleiben und - so meine Hoffnung - das Auto nur für die An- und Abreise benötigen.

Es waren wenige Tage, in denen natürlich auch etwas von Leipzig wahrgenommen werden sollte. In der Vergangenheit war dies lediglich auf den Freizeitpark Belantis und den winterlichen Leipziger Zoo begrenzt.

Völkerschlachtdenkmal

Die Anreise am 20. März 2024

Unterwegs hatte ich doch etwas zu kämpfen um munter zu bleiben. Dies lag zum Teil an die dichter gewordenen Arbeitstagen, aber natürlich auch an der Tatsache, dass es sich alleine einfach nicht so angenehm in den Urlaub fährt.

Wie mein Auto bei der Anreise sein rechtes Spiegelelement verlor, wird mein Geheimnis bleiben. Es hatte jedenfalls einen ungeplanten Werkstattbesuch am nächsten Tag zur Folge.

Haupteingang zum Kavalierhaus, meiner Unterkunft am Schloßplatz 2 in Machern
Schloß zu Machern

Dessen ungeachtet war meine Ankunft in Machern angenehm. Das "Hotel im Kavalierhaus" liegt innerhalb der Anlage vom Schloß zu Machern - wann hat man schon mal so eine originelle Unterkunft!

Der Bahnhof, der mittels der S3 mein Tor nach Leipzig darstellte, liegt nur wenige Fußminuten entfernt. Dies erkundete ich unverzüglich, noch an diesem Mittwoch Nachmittag.

In Leipzig sah ich mich bestärkt darin, dass man sehr gut mit dem Nahverkehr und natürlich zu Fuß vorankommt. Mir ging es um eine grundsätzliche Orientierung für die nächste Zeit, wie es etwa zur Messe geht. Alleine im Bahnhofsgebäude kann man lange verweilen und sich mit allem versorgen. Vom Nordsee – Restaurant war ich allerdings wenig überzeugt: Zähe Bratkartoffel und Fisch, der sich für das Prädikat „Nordsee“ schämen würde. Immerhin war das Personal freundlich.

So neigte sich der Anreisetag auch schon dem Abend zu. Die Fahrt mit der halbstündigen S3 brachte mich nach Machern und meine Füße weiter zum Kavalierhaus.

Nur wenige Minuten bis zum Bahnhof

Volles Programm und Messestart

Wie eingangs angedeutet, hatte ich für heute früh um 8 Uhr einen Termin bei Ŝkoda. Ein mit Mitteln aus dem Verbandskasten geflickter linker Außenspiegel ist nun mal inakzeptabel. Die Reparatur hatte ich tatsächlich unmittelbar nach der Ankunft, noch vor dem Verlassen des Autos vereinbaren können.

Der Tag begann also mit dem Frühstück gleich um 7 Uhr. Zum Autohaus war überwiegend rechts abzubiegen, was mir sehr entgegen kam. Lange dauerte es auch nicht und die Rechnung viel zweistellig aus, da kann man nicht meckern!

Weil es in der Nähe lag, fuhr ich noch beim Völkerschlachtdenkmal vorbei. Geöffnet hatte es allerdings noch nicht und verdiente sowieso einen separaten Besuch. Immerhin war der erste Eindruck beeindruckend. Das Monument ist größer, als ich es mir vorgestellt hatte.

Buchmesse Leipzig!

Den Start der Buchmesse wollte ich natürlich nicht versäumen. Am Vortag hatte es die Eröffnung schon auf politischer Ebene gegeben. Dabei wurde Bundeskanzler Olaf Scholz ausgebuht. Mit den Eindrücken der nächsten Messetage hatte dies allerdings nichts gemeinsam. Hier herrschte größte Friedlichkeit, was gerade bei den großen Massen an Menschen fast schon verwunderte.

Brandon Q. Morris, Ivan Ertlov und Ralph Edenhofer freuen sich auf interessierte und neugierige Leser

Brandon Q. Morris (im Bild links) begegnete mir 2018 als Autor von Hard-SF. Mit seinem The Hole überwand ich eine generelle Leseflaute und lernte Brandons Schreibstil zu schätzen. Nach und nach habe ich sämtliche seiner Bücher erworben: Meine Kindle-Bibliothek zählte, zum Zeitpunkt der Buchmesse, 57 Bücher allein von ihm. Brandons Schreibtempo als Leser nachzukommen, ist immer wieder eine schöne Herausforderung.


Am Gemeinschaftsstand der SF-Autoren, auf der Messe kam ich zunächst mit Philipp Tree, Cliff Allister und Thariot ins Gespräch. Brandon tauchte etwas später mit seinem blauen NASA-Helm auf und verpasste auch prompte den Beginn seiner eigenen Lesung.
 

Philipp Tree ist unschwer als Bruder von Joshua zu erkennen. Für ihn ist Schreiben eher eine schöne Nebenbeschäftigung. Dem Thema Zukunft ist er in starker Weise zu gewandt, was sich etwa in dem gemeinsamen Science-Fiction Podcast von Joshua und Philipp Tree. <https://treecorder.de/> zeigt. Auf der Buchmesse selbst war er bei den Podiumsdiskussionen sehr engagiert, etwa als es um den Einfluss und die Zukunft mit Künstlicher Intelligenz ging.

Alle Autoren sitzen in der ersten Reihe

Autor Cliff Allister lebt auf Zypern. Mit aktuell 20 EBooks in meiner Sammlung, rangiert er bei mir auf Platz 2. Über Facebook folge ich ihm bereits eine ganze Weile. Cliff Allister hat einen ganz anderen Schreibstil und bezeichnet sich selbst gerne als Märchenonkel. Unterhaltung liegt ihm und Raumschlachten sind in seinen Romanen häufig und imposant ausgestaltet. Allister traut sich aber auch an Aliens heran, die nicht grundsätzlich böse daherkommen. (Manche natürlich schon.) Neben Einzelromanen, macht es auch Spaß seine Serien zu lesen, in denen sich lieb gewonnene Protagonisten über weite Zeitspannen hinweg entwickeln.

Hinter einem von diesem Autor hier erworbenen Buch, Die Anomalie: Die Dunkle Ebene 1 verbirgt sich eine solche Fortsetzung. Nämlich aus dem Zyklus Die Hegemonie von Krayt heraus. Cliff Allister war sich im nach hinein unsicher, ob dies bei den Lesern so angenommen wird - selbst wenn sich die neue Serie ohne Vorwissen, völlig eigenständig lesen lässt. Der Prozess des Schreibens, dass konnte ich bei allen Autoren heraushören, ist nicht selten mit Entscheidungen verknüpft, die den Erfolg deutlich mit beeinflussen.

Noch zu Hause hatte ich Tambora begonnen. Dieser Roman entstand auf Zypern, zusammen mit Christian Montillon, der unter anderen als Autor von Perry Rhodan Romanen bekannt ist und entsprechend das kooperative Schreiben anhand eines Exposé beherrscht. Beide Schreibakrobaten ergänzen sich in Tambora von Kapitel zu Kapitel wunderbar und kreieren eine SF-Geschichte vor historischer Kulisse. Das schicke, gebundene und von Cliff gewidmete Buch musste ich hier einfach noch erwerben.

Das dieses Buch den Weg nach Hause nicht ganz mitgemacht hat lag daran, dass ich Tambora bei einem Zwischenstopp meinem lieben Cousin Frank geliehen habe. Ausgelesen habe ich es aber dennoch innerhalb weniger Tage auf dem Kindel - und war begeistert!


Der Österreicher/Australier Ivan Ertlov und Ralph Edenhofen, der als 2. Physiker am Stand besonders eng mit der Hard - Science Fiction verbunden ist, sind mir bisher nur dem Namen nach untergekommen. Aber dies hat sich Dank der Leipziger Buchmesse geändert. Beide brennen für ihre schriftstellerische Leidenschaft und könnten problemlos Lesungen ohne Vorlage halten, so mein Eindruck. Besonders mitreißend beschrieb mir Ertlov die Ideen aus Stargazer und Mutation. Der zuletzt genannte Titel hätte mich inhaltlich auf eine falsche Fährte gebracht.


Interessant fand ich, dass manche Themen von vielen Autoren aufgegriffen werden und sie daraus Geschichten in bunter Vielfalt präsentieren. In Bezug auf Humor gab es Schnittmengen zwischen Ertlov und Thariot, die sich schreibtechnisch in kein Korsett stecken lassen. Nun, dass werde ich selbst noch ergründen und freue mich schon, die auf der Messe erworbenen und signierten Bücher lesen zu können. Spontan hatte ich festgelegt, von jeden Autoren etwa zwei Bücher mitzunehmen. Das war dann doch so viel, dass ich den Einkauf auf zwei Tage verteilen musste.

Thariot hat es ebenfalls mit zwei Büchern in meine Tasche geschafft. Das Gespräch mit ihm fand ich sehr angenehm und hat mich neugierig gemacht, seine geschriebenen Phantasien kennenzulernen.

Bunte Buchmesse mit vielen schönen Eindrücken

Nach dem ersten Messetag hatte ich im Hotel meine Auswertung vorgenommen und festgestellt, dass mir ein Autor durch die Lappen gegangen war: Arne Danikowski. Auch er war mir bislang unbekannt. Am Folgetag stellte sich heraus, dass Arne tatsächlich einen Tag später am Stand angekommen war.

Das begonnene Gespräch musste ich kurz unterbrechen, um der Diskussion von Joshua Tree, Ivan Ertlov, Thariot und Philipp Tree nicht zu verpassen. Spannend ging es hier um Künstliche Intelligenz, die sich zwar heute noch in den Anfängen befindet, dabei jedoch bereits ihr Eigenleben beginnt. Die Fragen sind vielfältiger Natur. Etwa, welche Quellen eine KI nutzen sollte, um sich einerseits selbstständig zu entwickeln, den Schutz der menschlichen Individualität aber dauerhaft achtet. Bereits bei der Definition von Menschlichkeit scheiden sich die Geister.
 

Im Anschluss ging es wieder zu Stand B501. Just als unter der Bücherwahl Der Helix – Faktor fixiert war, kam die Cover-Künstlerin sprichwörtlich um die Ecke und begrüßte Arne Danikowski .

Die Chemie scheint zu passen, was für die durchaus nicht billige Teilnahme an der Buchmesse wichtig ist. Gelegentlich verpasste Lesungen, weil es am eigenen Stand gerade so spannend war, sprechen für meine Einschätzung.

Nach dem ersten Messetag hatte ich im Hotel meine Auswertung vorgenommen und festgestellt, dass mir ein Autor durch die Lappen gegangen war: Arne Danikowski. Auch er war mir bislang unbekannt. Am Folgetag stellte sich heraus, dass Arne tatsächlich einen Tag später am Stand angekommen war.

Das begonnene Gespräch musste ich kurz unterbrechen, um der Diskussion von Joshua Tree, Ivan Ertlov, Thariot und Philipp Tree nicht zu verpassen. Spannend ging es hier um Künstliche Intelligenz, die sich zwar heute noch in den Anfängen befindet, dabei jedoch bereits ihr Eigenleben beginnt. Die Fragen sind vielfältiger Natur. Etwa, welche Quellen eine KI nutzen sollte, um sich einerseits selbstständig zu entwickeln, den Schutz der menschlichen Individualität aber dauerhaft achtet. Bereits bei der Definition von Menschlichkeit scheiden sich die Geister.

Im Anschluss ging es wieder zu Stand B501. Just als unter der Bücherwahl Der Helix – Faktor fixiert war, kam die Cover-Künstlerin sprichwörtlich um die Ecke und begrüßte Arne Danikowski .

Die Chemie scheint zu passen, was für die durchaus nicht billige Teilnahme an der Buchmesse wichtig ist. Gelegentlich verpasste Lesungen, weil es am eigenen Stand gerade so spannend war, sprechen für meine Einschätzung.

Auslese

Arne Danikowski, Brandon Q. Morris, Cliff Allister, Ivan Ertlov, Joshua Tree, Philipp Tree, Ralph Edenhofer, Thariot - das waren die an Stand B501 präsenten Autoren.

Daneben waren weitere Namen in aller Munde. So sprang Ralph Edenhofer bei der Lesung für Timo Leibig ein und auch Christian Montillon betrachtete die Aktivitäten in Leipzig offensichtlich genau und beabsichtigt im nächsten Jahr hier Zeit zu investieren.

Obwohl ich aus Platz- und Bequemlichkeitsgründen grundsätzlich auf elektronische Bücher umgestiegen bin, gibt es doch Ausnahmen. Physisch gedruckte Bücher sind äußerst dekorativ und natürlich persönlicher. Gerade dann, wenn sie aus der Hand des/der Autoren kommen. So sieht es nach meiner Rückkehr aus Leipzig in meiner Schrankwand etwas bunter aus. Tambora fehlt hier, wie ich weiter oben beschrieben habe.

Lesestoff für einige Monate - Es sind ein paar Bücher hinzu gekommen!

Ärzte ohne Grenzen

Im Bahnhofsgebäude gab es einen Stand von Ärzte ohne Grenzen e.V. Generell lasse ich mich nicht zu übereilten Entscheidungen bewegen, die eine Dauerspende zur Folge haben. Hier lag es nun etwas anders.

Zum einen hat die Organisation einen sehr guten Ruf und ist mir für ihre Arbeit in Kriesengebieten sympathisch. Hinzu kam der für die Spendenwerbung gut geeignete "Paul", den ich nicht einfach abwimmeln wollte, eben weil ich von Ärzte ohne Grenzen schon lange überzeugt bin.

Fazit: Seit Leipzig bin ich Unterstützer.

Abendessen bei Peter Pane

Ein Highlight gab es am Samstagabend, unweit der Nikolaikirche im Zentrum von Leipzig. Brandon Q. Morris hatte einen Tisch im Peter Pane reserviert, den wir in einer gemütlichen 5er-Runde bevölkerten. Nebst Vorstellungsrunde und Unterhaltungen über Messe, Projekte und das Leben dazwischen, war es kurzweilig und für mich ein gelungener Abschluss, bevor es am nächsten Tag wieder nach Hause ging.