Ewig und das Leben

Jahrzehntelang scheint alles in die Ewigkeit zu führen. Wir wachsen auf, lernen unermüdlich, arbeiten im Idealfall nicht nur des Geldes wegen, bauen unser Leben auf, umgeben uns mit Menschen die wie lieben und mögen (und ertragen die vielen anderen).

Dabei begleitet uns immer schon der Gedanke an die Zeit nach dem Arbeitsleben, wenn wir es uns gemütlich machen können und ohne Verpflichtungen sein werden. Dafür bauen wir vor, sorgen uns ob dies reichen wird und fördern dabei die Wirtschaft, mit ihrer stetigen Gier nach Wachstum, beziehungsweise befriedigen wir unsere eigene Gier nach Wohlstand - den jeder ein klein wenig differenziert bewertet. Luxus muss nicht teuer sein, er kann schon in einer ruhigen Stunde schlummern.

Erst viel später realisieren wir, dass es gar nicht um dieses Ansammeln geht. Es geht nicht um das Ziel, sondern den endlich langen Weg. Vielleicht noch um die Erinnerungen, die wir selbst bewahren und die allein auch von uns eine Weile übrig bleiben. Man spricht von uns oder vergisst, dass es uns je gegeben hat - je nach dem, wie stark sich der Eindruck eingeprägt hat.

Das Leben ist ein langer Weg, der so manche Wendungen bereithält und viele Entscheidungen fordert, die seinen weiteren Verlauf prägen. Wir haben dabei stets die (nicht immer ganz) freie Wahl, ob es der scheinbar leichte Weg wird oder wir lieber die riskante, aber spannende Richtung einschlagen. Wie sind wir unseren Mitmenschen gegenüber eingestellt? Wo nehmen wir Verantwortung auf uns und kümmern uns aktiv, nehmen Einfluss auf die Geschehnisse die eigentlich abseits liegen und uns nicht selbst betreffen müssten? Leben wir nach dem Motto:  "Aus den Augen, aus dem Sinn?" oder geht es uns besser, wenn wir auch anderen irgendwie weiterhelfen konnten?

Wenn die Endlichkeit ins Bewusstsein kommt fragt man sich, wozu dass alles gut gewesen sein soll.

Wozu kämpft die Medizin beispielsweise darum, Krankheiten und Verletzungen zu kurieren - wenn das Leben ja doch nur von begrenzter Dauer ist?

Die Wissenschaft und das fortschrittliche Leben haben die menschliche Lebensspanne im Schnitt deutlich verlängert. Wirtschaftlich bedeutet dies allerdings, dass wir eine weitaus längere Zeit im Ruhestand verleben dürften und dies irgendwann nicht mehr mit dem in Gleichklang zu bringen ist, was hierfür angespart wurde. Meiner Meinung nach sieht man hier, wie dominant die wirtschaftlichen Belange die Gesellschaft dirigieren. Bei allen Fortschritt bleibt die Vorstellung vom ewigen Wachstum unangetastet und unwidersprochen. Nie geht es um echte Selbstverwirklichung, es muss alles finanzierbar sein. Darunter steht dann beispielsweise die Qualität von Nahrung (Discount-Preise) und der Tierschutz (Massentierhaltung) zurück. Beim Thema Energieversorgung geht es ebenfalls um Finanzierbarkeit, notfalls zu Lasten der Umwelt. Selbst Löhne, die ja unser endliches Leben tragen sollen, sind aus wirtschaftlicher Sicht meistens zu hoch und schließen einen großen Teil der Menschen von all zu großen Wünschen aus.

Missgunst setzt vielen Möglichkeiten ein frühes Ende und entfernt uns weit von einer echten Solidargemeinschaft, die wir auf dieser einzigen uns zur Verfügung stehenden Erde bilden müssten.

"Wissen ist Macht" - Dieser Ausspruch geht als geflügelter Ausspruch auf einen englischen Philosophen zurück.

Wissen ist Macht beschreibt im Prinzip schon die Anfänge, in denen es jenen besser ging, die lesen und schreiben konnten und die sich beim übrigen Volk bedienen konnten. Wer wusste, wie die Welt funktioniert, der konnte den anderen Mythen und Aberglauben unterschieben und natürlich seine Macht demonstrieren. Insofern kann leicht zugängliches Wissen nur gut sein, sofern man keiner manipulierenden Quelle auf dem Leim geht. Hinterfragen ist wichtig und die Kenntnis davon, was als Konsens gilt. Beispielsweise ist es unstrittig, dass die Erde keine Scheibe ist.