Urlaub auf den Azoren 
São Miguel - Ponta Delgada!

PDL - Sete Cidades Sete Cidades

Von der Inspiration zur Planung.

Die Azoren kenne ich vom Wetterbericht: „Ein Hoch über den Azoren…“

Wo sie genau liegen und wie es dort aussieht, war mir keinen weiteren Gedanken wert.

Erstmals schwärmte dann Christian Montillon, ein u.a. durch „Perry Rhodan“ und „Die drei ???“ bekannter Buchautor, davon. Ihm begegnete ich auf der Buchmesse in Leipzig und folgte kurz darauf seinem Reisebericht von eben jener portugiesischen Inselgruppe im Atlantik.

Der Wunsch, selbst mal dort Urlaub zu verbringen, ergab sich aus den Bildern, kurzen Videos und Schilderungen. Jedoch war es noch immer sehr theoretisch. Mir war schon klar, dass ein solches Ziel nicht ohne Vorbereitung zu genießen ist. Für den Herbst 2026 sollte es daher noch mal an die Nordsee gehen: „Ist vertraut, schnell erreicht und immer eine Reise wert!“ – ABER: Den Vermietern schien die Saison schon zu lange gewesen zu sein – sie wollten mich gerade nicht!


In einer meiner spontanen Aktionen recherchierte ich einige Tage und setzte das Vorhaben „Azoren“ Schritt für Schritt in die Tat um. Dabei beschritt ich so manchen für mich neuen Weg und hatte einiges zu überlegen.

Zum einen liegen die Azoren mit ca. 3.310 Flugkilometern für mein Empfinden sehr weit entfernt und erfordern einen Zwischenstopp mit Anschluss in Lissabon. Vom Abflug bis zur Landung auf der Zielinsel werden darüber hinaus über 7 Stunden vergehen, während denen 2 Zeitzonen zu durchfliegen sind.

Man kann in Portugal nicht erwarten, auf Deutsch verstanden zu werden. Baumwolle ist aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit und zumindest außerhalb von klimatisierten Räumen nahezu unbrauchbar. Zudem hatte ich den Oktober gewählt, in dem es in Richtung Herbst geht und in der Regel deutlich mehr Niederschläge wahrscheinlich sind.


Schnell hatte ich mich gegen eine Variante mit Aufenthalten auf mehreren Inseln der Azoren-Gruppe entschieden. Fixes Ziel wurde die Hauptinsel São Miguel. Aus mindestens 8 Tagen wurden in der Summe 13 und somit elf echte Urlaubstage, in denen genügend Zeit sein sollte, mich von São Miguel überzeugen zu lassen. Auf ein Reisebüro habe ich verzichtet und stattdessen Hotel (in Ponta Delgada) und Flug (von Düsseldorf nach Lissabon und weiter von Lissabon bis São Miguel) auf einer entsprechenden Plattform gebucht. Hinzu kam noch ein Mietwagen, um flexibel zu bleiben.

Zur Wäsche sei noch gesagt, dass ich mich mit diesem Thema zuvor nie so ausgiebig beschäftigt habe. Wert legte ich immer auf einen möglichst hohen Baumwollanteil... Es waren entsprechende Neuanschaffungen notwendig, die in nicht unerheblichem Maße aus Merinowolle bestanden. Auch Funktionsmaterial und Mischungen aus beiden sind für meine Ausrüstung verarbeitet worden. Es wird interessant werden, allein diesen Aspekt während der Reise zu beobachten – hinsichtlich der Eigenschaften beim Tragen und späteren Waschen.

Wirkliche Kälte ist auf der Insel São Miguel nicht zu befürchten. Allenfalls, wenn man den Vulkankrater erklimmen möchte. Empfohlen wird generell der Zwiebellook, bei dem mehrere Schichten Kleidung sinnvoll in Kombination getragen werden. So also das Merino-T-Shirt (Baselayer), die leichte Funktionsjacke (Midlayer) und die neue Regenjacke (Outer Shell). Zwei Wanderhosen kamen hinzu, von denen eine zippbar ist, um sie bei Bedarf in eine Bermuda verwandeln zu können. Eine hochwertige Regenhose eignet sich zum Drüberziehen. Zudem kamen neue Wanderschuhe, sogar leichte Handschuhe und eine polarisierende Sonnenbrille (UV400) zu meinem Reisesortiment hinzu.

Nebenher war es extrem wichtig, eine Vorstellung zu entwickeln, wie „diese Insel“ für mich sinnvoll und nachhaltig (im Sinne von Freude am Urlaub und ebenso im späteren Rückblick) zu erleben sein würde. Mein Grundanliegen war hier, völlig abschalten zu können und die Natur zu genießen. Dabei wollte ich die Insel derartig kennenzulernen, dass ein Überblick für spätere Urlaube entsteht, zumindest aber São Miguel als klares Bild in Erinnerung bleibt.


Zusammengefasst sollte der Urlaub aus Wanderungen anhand von bekannten Routen bestehen und durch einige geführte Ausflüge jene Informationen vermitteln, die sich kognitiv leichter abspeichern lassen als Texte aus Reiseführern oder dem Internet. Schnell wurde aus den Ausflügen die Buchung eines deutschsprachigen Guides, nämlich Robert Hoge, auch als „AzorenRobert“ bekannt. Zu ihm nahm ich sogar noch vor der konkreten Buchung Kontakt auf, um seine Verfügbarkeit zu prüfen.

Bis zur letzten Woche wurden die Utensilien der Reise ergänzt, ein paar Wanderrouten herausgesucht und wenigstens Rudimentäres zur Sprache in Erfahrung gebracht. Dies verwirrte... Etwa durch die Variante des Wortes „Danke“ je nachdem, ob es von einem Mann (Obrigado) oder einer Frau (Obrigada) gebraucht wird. Die technischen Möglichkeiten hatte ich ebenfalls gründlicher ausgelotet, wodurch das Smartphone auf der Reise zum wichtigsten Hilfsmittel werden sollte.

06.10.2026:  Gerade sitze ich beim Frühstück und empfinde das was heute folgt noch als ziemlich abstrakt ¯⁠\⁠⁠(⁠ツ⁠)⁠⁠/⁠¯

Irgendwann war der Koffer verschlossen, das Handgepäck bestückt, der kleine Rucksack geschultert und ein Uber-Wagen stand mit geöffneten Türen auf dem Hof.

Abflug! - Jetzt geht es los!

Uber hielt den vereinbarten Betrag für die Fahrt zum Flughafen Düsseldorf leider nicht ein worüber ich erst über die APP informiert wurde, als ich mich im Gebäude bereits nach dem richtigen Terminal orientierte. Das wird sich auf künftige Fahrten auswirken...

In der Zeit, seit meinem letzten Flug, hatte sich sehr viel an den Vorgängen verändert. Manches funktioniert überraschend gut, anderes ist eher zweifelhaft. Die portugiesische Fluggesellschaft wurde laut KI über Lufthansa geführt. Erkannt hat der Scanner dies auf meiner ausgedruckten Check-In Bestätigung nicht. Bevor es zu einem Problem werden konnte, war dies am von Menschen besetzten Terminal erledigt. - Dankeschön!

Mit der Sicherheitskontrolle verhielt es sich ganz ähnlich, was meine Anspannung anging: Alles halb so wild! Viel Technik hatte ich ohnehin nicht dabei und brauchte gar nicht alles "ausbreiten", wie es zu lesen war. Ich gebe zu, auch KI habe ich für meine vorhergehende Recherchen genutzt. Wohl aber mit dem wachsamen Auge, ob alles plausibel wirkt und diversen Überprüfungen. Zu dem Thema muss ich sagen, darf man sich keineswegs bei wichtigen Details, die eine KI leicht als Fakten präsentiert, in die Irre führen lassen. Ein Beispiel war der Moment vor dem Gate als durchgesagt wurde, dass zusätzliches Handgepäck aus Platzgründen kostenfrei eingecheckt werden müsse. Googel's KI gab mir hier an, ich solle mich rückwärts durch die Sicherheitskontrolle begeben, um nochmal an das Terminal zu gelangen, dies wäre kein Problem... Befolgt habe ich das allerdings nicht und konnte auch alles mit an Bord nehmen. Umfangreich war mein Gepäck ohnehin nicht. 

Waren vor einigen Jahren noch kleine Mahlzeiten im Preis enthalten, kostet ein kleiner Becher Kaffee nun satte 3 € und führt dazu, dass man sich selbst verpflegt. Mein Sandwich hatte ich noch vor dem Gate gegessen und dort ebenfalls m eine Trinkflasche mit Wasser aufgefüllt. 

Alles war an Bord, der kleine grüne Rucksack zu meinen Füßen störte nicht und das Flugzeug, mit der grün-rot-weißen Lackierung der Air Portugal (TAP), startete halbwegs pünktlich. Wenigstens hier war bei mir alles entspannt, bzw. trat dies nun zugunsten der Freude auf den Urlaub, weit in den Vordergrund.

Flug TP541 nahm Kurs auf Lissabon, wo ein Aufenthalt von etwa einer Stunde und vierzig Minuten vorgesehen war. Die Koffer wurden entsprechend umgeladen, so dass ich mein aufgegebenes Gepäck erst am Endziel wieder sehen würde.

Von Lissabon sah ich nur aus der Luft und atmete dessen Luft. Es ist eine große Stadt und sicher auch eine eigene Reise wert. Der Flughafen wirkt gut organisiert, mit viel Service-Personal, die auch freundlich bereit standen, um den richtigen Weg zum Anschluss-Gate zu weisen.

Meine Uhr hatte sich still und leise umgestellt. Zwar hatte ich den Eindruck einer Verspätung, doch erreichte TAP1863 die Azoren planmäßig. Sogar einen Platz am Fenster hatte ich bekommen und konnte so erste Aufnahmen von São Miguel aus der Luft machen.

São Miguel

São Miguel aus der Luft


Nach Papst Johannes Paul II. wurde der Flughafen der Hauptinsel benannt. Aeroporto João Paulo II liegt am Rande von Ponta Delgada und hat eine knapp 2500 Meter lange Start- und Landebahn. Nach der Landung müssen die Flugzeuge einen Bogen fahren, um diese Strecke nochmals bis zum Terminal zu rollen. 

Da alles so übersichtlich und klein ist, braucht man hier wirklich keinen Shuttle-Bus, sondern geht die wenigen Meter zum Gebäude einfach zu Fuß. Das Kofferband ist nicht zu übersehen - man kann sich auf diesem Flughafen nicht verlaufen.

Als letzte Erledigung stand noch die Übernahme meines Mietfahrzeugs an, was lediglich durch eine kleine Schlange ausgebremst wurde. Eine Übergabe fand nicht statt, mir wurde lediglich der Weg zum entsprechenden Parkplatz gewiesen.

Passte alles, auch die Navigation zum Hotel Sete Cidades. Parkplatz direkt im Hof, Schlüsselübergabe am Empfang und kurz darauf bezog ich Zimmer Nummer 107:  Angekommen! 


Nach den Rückmeldungen zu Hause verließ ich noch mal das Hotel, die Sonne war inzwischen endgültig untergegangen. Weil ich mich für kein Restaurant entscheiden konnte und auch nicht zu weit in die Stadt hinein wollte, viel meine Wahl auf zwei klassische Pão com Chouriço von der Bäckerei nebenan.  Die beiden herzhaften Brot-Gebäcke aus Hefeteig waren frisch und schmeckten sehr gut. Inseltypisch wird es besonders reichhaltig mit Käse überbacken. Dazu trank ich einen Grünen Tee von Gorreana, der im Hotelzimmer, nebst Wasserkocher, zur Verfügung stand.


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