Kreta vom 8. bis 22. Juni 2016

Am 8. Juni 2016 erwarteten uns, wie schon im Jahr zuvor, zwei entspannende und auch abenteuerliche Wochen auf der Insel Kreta.

Vom Flughafen brachte uns ein Shuttlebus zur Autovermietung, wo wir unser gebuchtes Fahrzeug in Empfang nahmen. Leider bedeutete diese Episode einigen Ärger, der schon mit der Verständigung losging und künftig leider diese Vermietung vollkommen ausschließt.

Hinzu kamen zwei Defekte, von denen der lose Auspuff von einer mobilen Werkstatt am Urlaubsort behoben werden konnte. Dass auch der Zigarettenanzünder defekt war merkten wir erst, als sich das Navi nicht mehr aufladen ließ. Alternativ konnte ich zwar mein Smartphone nutzen, doch war auch dessen Akku auf längeren Touren am Limit. Zusätzlich war der GPS-Empfang alles andere als Optimal und das Gerät drohte ständig durch Überhitzung auszufallen.

Melanie, die Reiseleiterin von Attika, tat ihr möglichstes. Auch als es darum ging, die griechische Bedienungsanleitung des PKW zu deuten, um die Lage der Sicherungen ausfindig zu machen. Zu guter Letzt lieh sie mir ein USB Kabel, mit welchem ich das Navigationsgerät zumindest in der Unterkunft aufladen konnte, um zur gegebenen Zeit sicher zum Flughafen zu finden.

Aber zurück zu unser Ankunft auf Kreta. Dieses mal hatten wir eine privat geführte Unterkunft in Plakias ausgewählt. Den Tipp hatte uns im letzten Jahr die Reiseleiterin Birgit gegeben. Die Wegbeschreibung war recht gut und zusammen mit dem noch vollen Akku des Navis, gelangten wir sicher an unser Ziel an der Südküste Kretas. Unterwegs machten wir einen Zwischenstopp um etwas zu essen – Stifado.

Das Talos liegt etwas außerhalb von Plakias. Die Unterkunft wird von Geschwistern betrieben, die sich sämtliche Aufgaben teilen und alles liebevoll in Schuss halten.

In Empfang nahm uns Spyros, der von den Dreien noch am besten Deutsch spricht. Eine seiner ersten Fragen „Seid ihr Deutsche?“, beantwortete ich mit einem verhaltenen „Ja.“, worauf er freundlich meinte: „Macht nichts!“

 

Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Urlaub in den Talos Studios ist einfach herrlich!

Es war gerade die Zeit in der wir, als Nation in Griechenland, nicht sonderlich beliebt waren. Zumindest erweckte die Tagespresse diesen Eindruck. Wir konnten uns vom Gegenteil überzeugen, denn an der Gastfreundschaft gab es nichts auszusetzen. Auch unterwegs trafen wir auf stolze, freundliche Menschen.

Passend zum Stichwort freundliche Menschen, gab es ein weiteres Erlebnis in Plakias und zwar in der dortigen Taverne Sirocco. Das Foto über diesen Zeilen entstand genau von dort aus.

Wir haben hier mehrmals gegessen und kamen stets gut gelaunt und pappsatt heraus. Den Abschluss bildete stets eine Dreingabe des Hauses, die gehaltvoll, köstlich und kreativ kaum noch im Magen unterzubringen waren.

Bei unserem zweiten Besuch, es lagen 2-3 Tage dazwischen, kam der Kellner auf uns zu und entschuldigte sich dafür, zuletzt ein paar Euro zu viel berechnet zu haben. Uns hat es gefreut und für das Sirocco eine noch sympathischerer Erinnerung zurück gelassen. 

Die oben im Bild zu sehende Taverne befindet sich ca. 150 Meter weiter und wird von einem Kroaten mit Leben gefüllt, der hier über die Saison beschäftigt ist. Er passt so gut hier her, dass er für uns ein typischer Kreter war und dieser Irrtum erst durch externe Informationen aufgeklärt wurde. Beim Trinkgeld verstand er keinen Spaß und wies es stolz zurück, wenn es zu hoch ausfiel. Wir gingen darauf ein und wiederholten auch hier unseren Besuch sehr gerne.

Plakias ist von Rethymno kommend über diese eindrucksvolle Kotsifou-Schlucht zu erreichen.


Spili liegt auf einer von Grün umgebenen Anhöhe

In Spili waren wir mehrmals. Der Ort hat, auf Grund seiner Funktion als Bischofssitz mit Klosters und Akademie, in der letzten Dekade an Bedeutung gewonnen. Er gehört zur Präfektur Rethymno.

Zahlreiche hübsche Läden bieten ein reiches Sortiment. Von Seifen über Kräuter und Textilien ist hier alles zu bekommen. Selbstverständlich gehören auch Tavernen dazu, in denen beispielsweise die mit Minze versehenen Weinblätter hervorragend schmecken. 


Legendär ist der Felsen von Matala

Der Aufstieg wird inzwischen durch Zäune verhindert. Jährlich findet hier ein farbenfrohes Festival statt. In Matala ging es unter gleichgesinnten stets um Freiheit und Glück, Musik und Kunst, Gemeinschaft und Liebe. Die Musik dieser Bewegung unterstrich den Zeitgeist der 1960er und 1970er Jahre und prägte noch viele kommende Richtungen. Das Matala Beach Festival steht ganz im Sinne dieser Zeit.

Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Statt Hippies gibt es hier nun viele Touristen
Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Farbenfroh und zu allen Zeiten mit Leben gefüllt

Zaros - Forellenzucht und eine großartige Landschaft

Wieder haben wir an diesem 12.06. einen heißen Sommertag und sind unterwegs nach Zaros. Während meines allerersten Besuchs von Kreta, hatte ich bereits das Vergnügen dort hin zu kommen. Da ich kein ausgesprochener Fisch Fan bin, war es allerdings nicht unbedingt das angeschlossene Restaurant, welches mir so in Erinnerung geblieben ist. Jedenfalls gibt es wohl nirgends frischere Forellen und eine schönere Umgebung noch dazu. Die Bestellung wurde auf einer irre langen Papierbahn aufgenommen, auf welcher sämtliche Speisen und Getränke aufgelistet waren und nur noch angekreuzt werden mussten. 


Preveli am 13.06.2016

Die nächste Aufnahme entstand über Preveli. Genau genommen ist diese Aussage sehr ungenau, denn Preveli ist viel mehr als der an einem Palmenstrand ins Meer fließende Fluss Megalopotamos. Das Kloster mit seiner starken Vergangenheit hatten wir bereits 2015 besichtigt.

Heute waren wir jedenfalls zum Baden hier. Über einen angeketteten Futternapf wunderten wir uns nur kurz. Die aus drei Gänsen bestehende Gang übernahm die Vorstellungsrunde gerne selbst und brachte die Badegäste ganz schön in Aufruhe. Nahrungsmittelspenden wurden gerne angenommen, der Versuch sie zu verscheuchen im Keim erstickt und alles angepickt, was halbwegs essbar aussah.

14.06.2016 - Nur auf dem Weg nach Loutro

Wieder haben wir eine andere Sichtweise auf Plakias. Die Farben sind paradiesisch!

Loutro ist mit dem Auto, so haben wir schließlich feststellen müssen, nicht zu erreichen. Es steht der Seeweg offen oder eine Wanderung, die im Gebirge seinen Anfang nehmen könnte. Die Fahrstraße endete vor einem niedrigen Zaun und bedurfte keines weiteren Hinweisschildes.

Im Anschluss an die Fahrt, welche uns Loutro geographisch ein wenig näher brachte, ging es an diesen Ort, den ich ebenfalls bereits in meinem ersten Urlaub auf dieser schönen Insel besichtigen konnte.

Frangokastello ist eine Streusiedlung an der Südküste der Insel mit etwa 150 Einwohnern. Sie gehört zur Gemeinde Sfakia des Regionalbezirks Chania und liegt etwa 10 Kilometer östlich des Hauptortes Chora Sfakion. Frangokastello nennt sich gleichfalls das venezianische Kastell.

In der Ruine wird für Kunstausstellungen genutzt.

Links: General Stratis Nik. Deligiannakis (1799–1874)

Natürlich ist auch diese historische Stätte mit einer ausgedehnten Taverne "bestückt", die zum Verweilen einlädt. Mich hat dies, der biss auf einen Knochen, leider einen Zahn gekostet. Den Termin für die Krönung beim Zahnarzt vereinbarte ich noch aus dem Urlaub heraus.

15.06.2016 - Palast von Phaestos

An diesem Tag ging es in die Messara-Ebene, die auf dem ansonsten überaus gebirgigen Kreta ihresgleichen sucht.
 

An der Südküste liegt der Palast von Phaestos, dessen Namensgebung auf eine bronzezeitliche Siedlung der Minoer zurückgeht. Nach Knossos, handelt es sich, mit einer Fläche von 8.400 qm, um den zweitgrößten Palast der Insel. Er wurde von 1900 bis 1850 v. Chr. errichtet.

Vor der Ausgrabungsstätte bemerkte meine Frau eine Karte, auf der ihr Name versteckt war. Der Hinweis auf das Monastery of Kaliviani (Ka-Livia-ni) weckte unser Interesse und wurde gleich angesteuert.

Die gepflegte, weitläufige Klosteranlage lag bei unserer Ankunft in friedlicher Ruhe da, wir waren die einzigen Touristen.

Obwohl wir beide wenig mit Kirche zu tun haben, war die Atmosphäre ganz besonders. Innerhalb der Klostermauern kam uns auf der anderen Straßenseite eine gebeugt gehende, Bewohnerin entgegen. Sie wechselte in einiger Entfernung auf unsere Seite und hob den Kopf, als wir uns begegneten. Natürlich grüßten wir freundlich, was erwidert wurde. 

An der Klosterkirche blieben wir wenig später in der geöffneten Tür stehen. Drinnen saßen Bewohner zum Gebet. Sie winkten uns herein zu kommen. Wir verhielten uns ruhig, bestaunten den Innenraum, machten keine Fotos und dankten beim Verlassen mehr durch Gesten für den Einlass.

Der Besuch vom Kloster Kaliviani wirkte lange in uns nach und hinterließ eine zutiefst friedliche und respektvolle Stimmung.

17.06.2016 - Mit dem Tretboot auf dem Kournas-See

Ein Genuss ist der einzige Süßwassersee Kretas. Er liegt im Westen Kretas nahe der Nordküste und fließt bei Georgioupoli in das Mittelmeer ab. Auf Grund des kalkhaltigen Gesteins ist der Lake Kournas alkalisch.

Die Fahrt kreuz und quer über den See hat uns beiden enorm viel Spaß gemacht. Eine Stunde war gerade lang genug.

Unter anderen waren wir am 20. Juni bei dieser auf Kreta sehr bekannten Brücke. Sie liegt in der Nähe von Preveli und wird Alte Venezianische Brücke genannt, obwohl sie keinesfalls aus dieser Epoche stammt.

Den See kann man auch ohne dieses Bauwerk überqueren, so dass die Funktion der Brücke lediglich in der Möglichkeit besteht, den Blick von oben über Landschaft und See schweifen zu lassen. 

Nennenswert ist die Taverne Gefyra, bei der auch wir eine Weile sitzen geblieben sind.